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Frankfurter Rundschau – erschienen am 08.10.2014 in der Frankfurter Rundschau und auf www.fr-online.de

Pharma-Konzern Merz plant Entlassungen in Frankfurt

Von Martin Brust

Der Pharmakonzern Merz setzt verstärkt auf Ästhetik-Produkte. Durch diese Neuausrichtung sind Entlassungen in Frankfurt geplant.

Frankfurt - Zurück zu den Wurzeln – so kann man die strategische Neuausrichtung des Frankfurter Traditionsunternehmens Merz Pharma zusammenfassen. Denn in Zukunft wird das Unternehmen mit über 100 Jahren Geschichte, das ohne Fremdkapital im Besitz der vierten Familiengeneration ist, verstärkt auf Schönheitsprodukte setzen. Dazu hat es in den letzten Jahren rund eine Milliarde Euro investiert, Unternehmen übernommen und sich ganz neu aufgestellt.

Man könnte den Umschwung aber auch als Scheitern auf dem medizinischen Sektor bezeichnen, denn es ist trotz intensiver Forschung mit viel Geld nicht gelungen, einen Nachfolger für das Alzheimer-Medikament Memantine zu finden. Für dieses Zugpferd laufen die Patente aus, weshalb die Gewinne sinken.

Und das kostet Jobs: Insgesamt sollen in Deutschland rund 100 Stellen wegfallen, die meisten davon in Frankfurt. 80 Beschäftigten am Frankfurter Standort Riedberg – teils schon seit Jahrzehnten in der Firma – hat Merz Ende September die Kündigung angedroht, bestätigte Merz-Vorstand Hartmut Erlinghagen. Grund sei eben die strategische Neuausrichtung. Man bedaure das, es lasse sich aber nicht vermeiden, so Erlinghagen. Insgesamt baut Merz sein Personal aber aus: Vor allem durch die zwei Übernahmen von Neocutis und Anteis 2013 in der Schweiz ist der Personalstand vom Geschäftsjahr 2012/13 zum vergangenen Jahr 2013/2014 (Ende Juni) um etwa zwölf Prozent auf gut 2700 weltweit gestiegen.

Auch in der Vergangenheit hat Merz bereits Personal abgebaut, der Umbau des Konsumentengeschäfts mit Badezusätzen und ähnlichem und die Restrukturierung des Vertriebs hatten zu Kündigungen geführt. Rechtsanwalt Martin Müller, Partner in der Frankfurter Arbeitsrechtskanzlei Groll, sind aus den vergangenen drei Jahren mehrere Sozialpläne bekannt, von denen, einschließlich des aktuellen, insgesamt bis zu 150 Mitarbeiter betroffen sind. Bezirksleiter Ralf Erkens von der Gewerkschaft IG BCE berichtet, dass ihm eine Massenentlassungsanzeige für etwa 80 bis 90 Stellen bekannt sei und der Betriebsrat über einen Sozialplan verhandelt. Die Arbeitnehmervertreter befürchteten zudem Leistungsverdichtung für die verbleibenden Mitarbeiter.

Einstieg in Medizintechnik

Der Konzernumbau hinterlässt auch in der Bilanz deutliche Spuren: Der Umsatz ist zwar leicht um 1,4 Prozent auf 994 Millionen Euro gestiegen, das operative Ergebnis dagegen um rund ein Viertel auf gut 247 Millionen gesunken. Unter dem Strich beträgt der Gewinnrückgang immer noch gut 16 Prozent auf 163 Millionen Euro.

Damit es künftig wieder aufwärts geht, setzt Merz voll auf das Thema „Schönheit“. Aber nicht auf die Spezial-Dragees oder die als „hautstraffend“ beworbene Schaummaske Placentubex, beides seit 50 Jahren im Programm. Sondern auf Schönheit, die vom Arzt kommt: Botox-ähnliche Präparate oder Hyaluronsäure zur Faltenglättung. Diesem Zweck dienen auch die Geräte der im Juli für bis zu 600 Millionen Dollar übernommenen US-Firma Ulthera. Hier soll Ultraschall Alterserscheinungen mildern. Vorteil der Schönheitsmedizin: Kein Kostendruck durch Krankenkassen.

Text: Martin Brust

© Frankfurter Rundschau/www.fr-online.de 2014

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